ZEIT – Fälscher

Vor einigen Tagen erhielt ich von einem lieben Freund eine kurze Mail mit angehängtem Bild:

mir wurde folgendes Material zugestellt, welches echt schlimm ist und hoffentlich auch den letzten die Augen öffnet. Die beiden Zitate sprechen für sich!!!

trumphitlerrede2

Diese absolute Übereinstimmung beider Texte ließ mich zweifeln. Auch wenn die Medien uns mit vorangegangenen Plagiatsvorwürfen (Trumps Frau kopiert eine Rede von Michell Obama; Trumps Torte zur Amtseinführung ähnelt zum Verwechseln derjenigen von Obama) eingestimmt hatten – wie kann es sein, dass ein ins Amerikanische übertragener deutscher Ausgangstext nach seiner Rückübersetzung ins Deutsche absolut identisch ist mit dem originalen Hitler-Text – mit der Ausnahme, dass „deutsch“ durch „amerikanisch“ ausgewechselt wurde?

Bei ZEIT online fand ich den Beitrag, der mit dieser merkwürdigen „Rückübersetzung“ schließt. In diesem Beitrag fand ich noch eine andere Merkwürdigkeit: einen Link auf die vollständige Rede, die sich beim Lesen dann aber (zunächst) eben doch nicht als vollständig erweist – was man im Vergleich zur wirklich vollständigen Rede mühelos feststellen kann. Sollte durch die Unvollständigkeit bei ZEIT online (aktuell korregiert) beim Leser der Eindruck entstehen, der fehlende Schluss sei eben das Zitat am Ende des bewussten Beitrages?

Kurzerhand mailte ich die ZEIT wie folgt an:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem o.g. Artikel
(http://www.zeit.de/2017/05/donald-trump-politische-kommunikation-rhetorik-sprache)
gibt es einen Link auf die vollständige Rede
(http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/rede-amtsantritt-donald-trump-inauguration-komplett),
die dort aber doch nicht vollständig wiedergegeben ist, und – weitaus
schlimmer – im o.g. Artikel zwei Zitate aus der Trumprede. Das zweite
Zitat, ganz am Ende des Beitrages, beginnt mit den Worten “ „Wir wollen arbeiten, aber das Volk selbst, es muss mithelfen…“. Das finde ich weder in Ihrem Link zur (nicht ganz) vollständigen Rede und auch nicht in der dpa-Übersetzung der Trumprede (siehe u.a.
https://www.tagesschau.de/ausland/trump-rede-111.html).

Wenn man aber ein wenig googelt, dann findet man Ihren Schlussabsatz als Teil einer Hitler-Rede (10. Februar 1933):
http://stefanjacob.de/Geschichte/Unterseiten/Quellen.php?Multi=68

Was ist da in der ZEIT-Redaktion passiert???

Zu meiner Verblüffung erhielt ich eine offenherzige Antwort vom Autor des ZEIT-Artikels:

Sehr geehrter Herr Hering,

oh – das tut mir leid, wenn ich hier undeutlich gewesen sein sollte. Natürlich verwendet Trump nicht Hitlers Rede, das ist klar, ich wollte nur veranschaulichen, wie nah sich die Reden in Themen und Rhetorik sind. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie auf die falsche Fährte geführt habe.
Viele Grüße
Adam Soboczynski
DIE ZEIT
Adam Soboczynski
Ressortleiter Feuilleton
Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG
Buceriusstraße / Eingang Speersort 1
20095 Hamburg

 

Als ich Freunden und Bekannten die Texte und die Antwort des Ressortleiters zeigte, waren sie genau so entsetzt wie ich und sagten nur fast gleichlautend: „Das geht doch nicht! Das geht doch gar nicht!“

Statt die für mich ungeheuerliche Fälschung irgendwie werten oder kommentieren zu wollen, bleibt für mich nur eine Frage: Welchem Medium kann man noch trauen? Ich kenne nur noch zwei, die mich bislang noch nie enttäuschten, sondern mit ihrer faktenbasierten und quellendokumentierten Schreibe immer wieder überzeugen: RT deutsch und „Ein Parteibuch„.

Man könnte den Herrn Ressortleiter aber auch (etwas!) in Schutz nehmen: Immerhin äußerte sich sein Chef, Zeit-Herausgeber Joffe dahingehend, dass  „Mord im Weißen Haus“ ein mögliches Mittel zur Amtsenthebung von Trump sein könne…

Anhang

Zur Deutlichkeit hier noch einmal der Textausschnitt der Hitler-Rede, den die ZEIT so in ihren Artikel einbaute, dass jeder arglose Leser annehmen muss, es sei ein Ausschnitt aus der Trump-Rede (Die Änderungen=Fälschungen sind wie folgt gekennzeichnet: originaler Hitler-Text blau, ZEIT-Fälschung rot):

Wir wollen arbeiten, aber das Volk selbst, es muß mithelfen. Es soll nie glauben, daß ihm plötzlich Freiheit, Glück und Leben vom Himmel geschenkt wird. Alles wurzelt nur im eigenen Willen, in der eigenen Arbeit. Glaube niemals an fremde Hilfe, niemals an Hilfe, die außerhalb unserer eigenen Nation, unseres eigenen Volkes liegt. In uns selbst allein liegt die Zukunft des deutschen amerikanischen Volkes. Wenn wir selbst dieses deutsche amerikanische Volk emporführen zu eigener Arbeit, zu eigenem Fleiß, eigener Entschlossenheit, eigenem Trotz, eigener Beharrlichkeit, dann werden wir wieder emporsteigen – genau wie die Väter einst auch Deutschland Amerika nicht geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mußten.

 

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Demokratieabbau bei den LINKEn?

Der Landesverband DIE LINKE (genauer gesagt, der Landesvorstand) in Mecklenburg-Vorpommern schlägt vor, die Landessatzung in wesentlichen Punkten zu ändern, siehe landessatzung_aenderungen_lv_2017.

Aber nicht im Sinn von mehr Mitbestimmung, Abbau von Ämterhäufung usw., sondern im Gegenteil – es soll offenbar ein weiterer innerparteilicher Demokratieabbau erfolgen.

Hierfür nur zwei Beispiele:

  • Bislang entscheidet der Landesparteitag über die Zulassung von landesweiten innerparteilichen Zusammenschlüssen. In Zukunft soll das dem alleinigen weisen Wirken des Landesvorstandes übertragen werden (§ 4).

    Durch diese Änderung entsteht die große Gefahr, dass vom Landesvorstand zu kritische erscheinende Zusammenschlüsse nicht mehr anerkannt oder entsprechend diszipliniert werden.

  • Bislang wurde der Landesgeschäftsführer auf dem Landesparteitag gewählt. In Zukunft darf sich der Landesvorstand seinen Landesgeschäftsführer selbst aussuchen (§ 12).

    Man überlege mal bitte, dass der Landesgeschäftsführer in völliger Abhängigkeit des Landesvorstandes steht, wenn dieser ihn wählt oder abwählt. Wie soll da eine kritisch-unabhängige und mitunter auch unpopuläre Maßnahmen durchgesetzt werden? Vom Demokratieverlust der Mitbestimmung der Delegierten ganz abgesehen.

Insgesamt können diese Änderungsvorschläge den Auftakt bilden, um den Parteitagsdelegierten – und damit der delegierenden Basis – schrittweise ihr Mitbestimmungsrecht zu entziehen.

Wenn solcherart die Legimität eines Parteitages in Frage gestellt wird, dann kann man ihn auch weitgehend abschaffen und dem Landesvorstand die gesamte Entscheidungsbefugnis übertragen.

Wird es ein ausreichendes Aufbegehren geben?

Dank für den Hinweis auf diesen Sachverhalt an CH.
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Neujahrsgrüße aus Venezuela

Ausgerechnet aus Venezuela, wo unsere MitstreiterInnen enorme Probleme im Lande zu bewältigen haben und  ständigen imperialistischen Angriffen ausgesetzt sind, kamen diese Neujahrsgrüße auch nach Deutschland:

camaradasdefinitivo

Es ist, wie es ist und wie es mir ein lieber Freund schrieb:

“ Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ Friedrich Schiller

Dank an Carsten Hanke!

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Die Linke in Deutschland ist ein kleiner Haufen Systemkonformlinge

Weiterlesen bei RTdeutsch oder auf logon-echon.com (hier gibt es auch Kommentare). Es lohnt sich auch für Nicht-Linke!

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Kriegspropaganda in deutschen Medien!

rh-netz-meinungen

BRD Medien im Kriegsmodus

Von Peter Schwarz
18. Oktober 2016

Nach der Verschärfung des militärischen Konflikts in Syrien haben die deutschen Medien auf Kriegsmodus geschaltet. Leitartikler überbieten sich in moralischer Entrüstung, rufen nach militärischem Eingreifen und fordern „Härte gegen Russland“.

Hemmungslose Demagogie mischt sich dabei mit der Ausblendung elementarer Tatsachen und offenen Lügen.

Liest man einige dieser Kommentare, könnte man glauben, der Nahe Osten sei ein Paradies des Friedens gewesen, bevor sich Moskau vor einem Jahr entschloss, militärisch auf der Seite des verbündeten Assad-Regimes in den syrischen Bürgerkrieg einzugreifen.

Die verheerenden Kriege der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan, Irak und Libyen, die Millionen Opfer forderten und weitere Millionen in die Flucht trieben, werden ebenso ignoriert, wie die Unterstützung dschihadistischer Gruppen durch die US-Verbündeten Saudi-Arabien, Katar und Türkei. Die USA selbst stützten sich sowohl in Libyen wie in Syrien auf Al-Kaida-nahe Milizen, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Vor dem Irak- und…

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Schlimmer Zustand

Es scheint, als würden die aktuellen Probleme unserer Partei in Leserbriefen deutlicher angesprochen als in innerparteilichen Diskussionen. Hierzu nur drei Beispiele:

Besinnung ist geboten

Raimon Brete aus Chemnitz

War das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern schon deprimierend, um so erschreckender die Reaktion des Spitzenkandidaten Holter, der umgehend und ohne innezuhalten sofort die Schuldfrage für die Wahlniederlage erklärte und gleich nach einer Regierungsbeteiligung rief.

Welch eine Arroganz und Weltfremdheit in der Beurteilung der tatsächlichen politischen Verhältnisse und Befindlichkeiten der Wählerinnen und Wähler. Der Landesverband setzt mit seiner mehr als oberflächlichen und an den Realitäten vorbeigehenden unkritischen Einschätzung der politischen Lage sowie Stimmungen noch eins drauf. Unter der Ägide dieser Spitzenfunktionäre erreichte die seit Jahren andauernde Talfahrt in der Zustimmung zur Politik der LINKEN bei den Bürgerinnen und Bürgern nunmehr ihren Tiefpunkt.

Aber man will so weiter wursteln und um welchen Preis auch immer sich an der Macht beteiligen. Kein Besinnen, keine Analyse, kein Blick auf die Lebensverhältnisse und Erwartungen der Menschen. Aber man hat schon ein Dreiergespann für Sondierungsgespräche benannt.

Aus diesem Grund habe ich diesmal die Tierschutzpartei gewählt, die das dringend nötiger hat als jemand, der es nicht versteht. Habe ich von vielen gehört, die ebenfalls enttäuscht von seinem Verhalten sind, real durchzublicken! Oberflächlichkeit bringt jedenfalls in unserem Land die PDS mit diesem Vertreter nicht weiter!

Wahldebakel

Wilfried Schubert aus Güstrow

Güstrow. Die Wähler haben es satt, dass die von Fritz Reuter formulierten Paragraphen 1 und 2 der mecklenburgischen Landesverfassung Allens bliwvt bin Ollen und nix ward ännert weiter gelten. Die Landtagswahl lässt die Alarmglocken schrillen. Die AfD, deren Programm Hass auf Flüchtlinge und Muslime bedeutet, erreichte 21,9 Prozent der Stimmen. Sie ersetzt die nicht mehr salonfähige NPD. Im Gegensatz zu den anderen Parteien traf die AfD den Nerv vieler Menschen. Dabei machen die 11000 Flüchtlinge in M-V gerade 0,5 Prozent der Bevölkerung aus. Keine Partei machte deutlich, dass die BRD mit ihrer Kriegspolitik, Zerstörung und Ausbeutung Mitverursacher der gewaltigen Fluchtbewegung und des IS ist. Augenscheinlich ist die Geschichtsvergessenheit der Linkspartei. Statt linker Profilierung und Konsequenzen aus dem Desaster in Sachsen-Anhalt zu ziehen, will sie Mitregieren und erhielt mit ihrem bislang schlechtesten Ergebnis, die Quittung. Sie wird kaum noch als Protestpartei wahrgenommen.

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Quo vadis, Linkspartei?

So überschrieb Rainer Rupp seinen Gastbeitrag auf RTdeutsch und seiner Bewertung ist wohl nichts hinzuzufügen.

Hat die LINKE … eine Chance, ihren Abstieg in die gesellschaftliche Irrelevanz zu stoppen? Wohl kaum, denn dafür müsste zuerst eine Palastrevolution stattfinden. Zu viele Abgeordnete der LINKEN – einschließlich der früheren PDS – haben sich in den letzten 25 Jahren mental nach und nach ins Lager derjenigen abgesetzt, die von den bestehenden Verhältnissen profitieren und diese deshalb erhalten und verteidigen wollen.

Was also tun?

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